Aus
der Vor- und Frühgeschichte im Kempenicher Raum sind nur wenige
Spuren erhalten geblieben. Die ältesten Zeitzeugnisse fanden sich
Distrikt Hundswinkel, etwa 1 km in nordöstlicher Richtung vom
heutigen Ortskern entfernt, die darauf schliessen lassen, dass
Kempenich ursprünglich eine keltische Siedlung war.
Seinen
wohlklingenden Namen verdankt Kempenich den Römern. Er geht
entweder auf das römische "Campus" zurück, was Feld bedeutet
oder auf das Feld des "Campinius", eines römischen Landmannes.
Erstmals
urkundlich erwähnt wird Kempenich im Jahre 1093. Richwin von
Kempenich wird in der
Stiftungsurkunde des
Klosters Maria Laach als
Zeuge genannt.
In Kempenich haben im Laufe der
Geschichte zwei
Burgen bestanden. Eine ältere Anlage befand sich im
Kreuzwäldchen. Auf ihren Grundmauern wurde die Kapelle zur
"Schmerzhaften Muttergottes" gebaut. Eine neue und einstmals stattliche
Ritterburg wurden auf den Anhöhen des Burgberges errichtet. Hier
herrschten verschiedene Adelsgeschlechter, zuletzt die Linie
Eltz-Kempenich.
Unweit der neuen Burganlage hat 1147
der
Zisterzienser Mönch Bernhard von Clairvaux die Ritter und
Bürger des Kempenicher Ländchens zum 2. Kreuzzug aufgerufen.
An
diesem Ort fanden zunächst im Mittelalter auch die Gerichtstermine
statt. Als Institution der Herrschaft Kempenich war ein Landgericht
ansässig, dass erst Ende des 18. Jahrhunderts aufgelöst
wurde. Auf das Gerichtssiegel von 1596 geht das heutige Wappen der
Ortsgemeinde zurück, der "Kempenicher Bauer".
Es ist
anzunehmen -bisher aber noch nicht schlüssig beweisen, dass
Kempenich im Mittelalter Stadtrechte erlangte. Die Voraussetzung
für den Erhalt des Stadtrechtes waren die sogenannten "4M", dass
heißt: Mauer, Markt, Münze und Maut. Sind Mauer und
Marktrecht für Kempenich belegt, so sind Maut und Münze noch
fraglich. Das Recht Maut (=Zoll) zu erheben, scheint insbesondere durch
die Lage Kempenichs in unmittelbarer Nähe zweier bedeutender
mittelalterlicher Handels- und Heerstraße möglich, zu deren
Kontrolle und Sicherung wohl auch die Kempenicher Burgen errichtet
wurden.
Was das Münzrecht anbelangt, so ist zu
vermuten,
dass Rosemann von Kempenich, der um 1240 in Ortenberg/Hessen
Münzen prägte, dieses Recht -wenn es nicht schon vorher
bestand- auch für seine Heimat erwirkte.
Das
Kempenicher
Ländchen ist bis 1794 Bestandteil des Kurfürstentums Trier
(Niedererzstift) und Grenzland zu Kurköln. Es folgte die Zeit der
französischen Herrschaft, die sich auch heute noch in manchem
Alltagsausdruck widerspiegelt, ehe die Region 1814 preußisch wird.
Man
gehörte der Rheinprovinz an (bis 1824 Großherzogtum
Niederrhein). Die Bezirksregierung hat in Sitz in Koblenz und Kempenich
gehörte zum damaligen Kreis Adenau. Bei dessen Auflösung
erfolgte zunächst ein Wechsel zum Kreis Mayen und bei der
Gebietsreform 1970 zum Kreis Ahrweiler. In diesem Jahr verlor Kempenich
auch seinen Status als Amtssitz, den es über viele Jahrhunderte
inne hatte.
Zweimal, in den Jahren 1348 und 1666,
wütete
die Pest in Kempenich und Umgebung. Vier große Brände in den
Jahren 1661, 1753, 1847 und 1853 verwüsteten das Dorf und
ließen viele Zeitzeugnisse verloren gehen. Aber auch in der
jüngeren Vergangenheit blieb der Ort vor Zerstörung nicht
verschont; einem fürchterlichen Bombenangriff am 6. Januar 1945
fielen viele Menschen und Gebäude zum Opfer.
Heute
ist
Kempenich, gemeinsam mit dem Ortsteil Engeln, eine moderne Wohn- und
Arbeitsgemeinde. Rund 2000 Männer und Frauen, Jungen und
Mädchen fühlen sich hier zuhause. Rund 700 Arbeitsplätze
am Ort und eine ausgezeichnete Infrastruktur sind Grundlage und Chance
für eine gute Zukunft.
Die vorstehenden Zeilen
können
nur einen kurzen und unvollständigen Überblick über die
Entwicklung von Kempenich im Laufe der Jahrhunderte widerspiegeln. Die
Heimatfreunde Kempenich haben aus Anlass der 900-Jahr-Feier eine
umfassende und spannend zu lesende Chronik über das Kempenicher
Ländchen zwischen Hohe Acht und Laacher See herausgebracht. Dieses
Buch ist in den beiden Geldinstituten des Ortes sowie bei Herrn Oliver
Schüller (Tel.: 02655/941196) erhältlich. Fortsetzungen sind
in Form von Abhandlungen zu einzelnen Themen geplant bzw. mit der
Chronik über die Ortsvereine bereits vorliegend.
Im
Internet finden sich weitere Informationen zur Geschichte von Kempenich
unter der Seite der Heimtafreunde Kempenich (www.kempenich.net)


