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Bis nach dem 2. Weltkrieg wurde Heimatbrauchtum als eine Unterbrechung harter Arbeit hoch in Ehren gehalten. Da es die modernen Medien noch nicht gab, wurden nachbarschaftliche und gesellige Kontakte sehr gepflegt.
Einige dieser alten Bräuche sind leider nur noch aus Erzählungen bekannt, aber einige werden in der intakten Dorfgemeinschaft auch heute noch intensiv gelebt:

Das Karnevalsgericht zu Kempenich

Die Möhnen
Moehnen
Kontaktakdresse

Kläppern
Wie in vielen anderen katholischen Gegenden ist es in der Karwoche Brauch, dass die Kinder mit Holzklappern durch das Dorf ziehen. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die nach dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis Ostern schweigen.

Maibaumstellen
Das Maibaumstellen geschieht in Kempenich seit einiger Zeit in Form einer konzertierten Aktion. Im Vorfeld wird in Abstimmung mit der Ortsgemeinde und des zuständigen Revierförsters die Fichte ausgesucht. Für den Transport und das Aufstellen des Baumes ist dann die örtliche Feuerwehr verantwortlich. Die Kinder dürfen den Baum mit bunten Bändern schmücken.
Jedes Jahr finden sich viele Bürgerinnen und Bürger ein, um in geselliger Runde noch bis in die späten Abendstunden unter dem Maibaum am alten Bahnhof in Kempenich zu feiern.
Maibaum
In der Hexennacht vom 30. April auf den 01. Mai bekommen Junggesellinen von ihren Verehrer einen Maibaum vor das Haus gestellt. Dafür muss beim Junggesellenverein jedoch ein Obulus in Form von Stubbikästen oder einem Ersatzbetrag gezahlt werden. Die Sicherheit der Maibäume, die nicht bezahlt werden, kann sonst nicht garantiert werden...
Ansonsten ist in Kempenich kein Anwohner vor den Hexen in dieser Nacht sicher. So werden rechtzeitig alle beweglichen Gegenstände in Haus- und Hofeinfahren, beispielsweise Blumentöpfe oder Mülltonnen in weiser Vorraussicht weggeschlossen. Oft werden auch Streiche gespielt, die Themen der letzten Monate aufgreifen, so nahmen die Hexen 2013 die vielen Polizeikontrollen aufs Korn, beschrifteten die Ortschilder mit "Polizeistaat" und stellten selbstgebastelte "Starenkästen" auf.

Maikirmes mit langer Tradition
Am zweiten Sonntag im Mai ist das Hochfest der Pfarrei Kempenich zu Ehren der beiden Schutzpatrone St. Philippus und St. Jakobus. Verbunden mit diesem Kirchweihfest und daraus hervorgegangen ist das weltliche Fest Kirmes. Traditionell findet diese in und an der Leyberghalle statt.
Kirmes
Kirmes
Die Kirmes endet traditionell am Kirmesdienstag mit dem beliebten Krammarkt.
kirmes
kirmes

Erntedankfest
Mit dem Erntedankfest soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. In Kempenich wird die Tradition gepflegt. In der Kirche findet sich ein mit den Früchten des Feldes geschmückter Altar.
Erntedank
Ein reich geschmückter Gabentisch
am Erntedank-Sonntag in der Pfarrkirche

Martinszug
Der Martinstag am 11. November ist der Gedenktag des Heiligen Martin von Tours. Er ist in Mitteleuropa und somit auch in Kempenich von zahlreichem Brauchtum geprägt. Da Martins Leichnam ursprünglich in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde, feiert man dieses heute noch mit einem Laternenzug der Kinder. In Engeln findet der Zug in der Regel donnerstags statt, in Kempenich freitags.

Vorbereitung und Ablauf:
- Martinsfeuer
Damit St. Martin überhaupt stattfinden kann, ist natürlich viel Vorarbeit notwendig. Zum Glück gibt es immer fleißige und fröhliche Helfer, die Holz für ein großes Martinsfeuer aufbauen, bevor es dann feierlich abgebrannt werden kann.

Für den Aufbau des Martinsfeuers war es früher üblich, dass die ganze Schule sich am "Schlääfe", d.h. dem "Herbeischleifen" des notwendigen Brennmaterials beteiligte. Dazu wurden Äste und dürres Holz von den Schülern aus dem Wald hoch zum Martinsfeuer -  damals noch oberhalb der Steinbrüche - geschleppt. Andere zogen mit Bollerwagen durchs Dorf und forderten mit folgendem Spruch die Bewohner lautstark zum "Beisteuern" auf : " Mir joon steuere - für die Määrtesfeuere. Jitt ohs ön Bonge Strüü - mir verbrennen öch de Läus on de Flüü. Jitt ohs ön aale Hoot - ön neue ös och at joot. "

Heutzutage wird das Martinsfeuer auf dem Mathisberg oberhalb des Ortes aufgeschichtet. Viele Jugendliche helfen mit. Hier auf der Baggerschaufel sitzen sie zusammen mit Küster Peter Bell, seit Jahren in Kempenich bei solchen Arbeiten nicht wegzudenkende Hilfe.
Martinsfeuer
- Wortgottesdienst
Am Tag der Lichterprozession findet - kurz bevor es dunkel wird - in der katholischen Pfarrkirche ein Wortgottesdienst statt. Seit Jahren ist es Brauch, dass die Grundschulkinder dabei ein Martinsspiel in der Kirche aufführen.

- Lichterprozession
Anschließend treffen sich alle Kinder mit selbstgebastelten Laternen, ausgehölten beleuchteten Zuckerrüben oder Fackeln auf der Straße vor der Kirche, wo schon St. Martin auf seinem treuen Pferd auf sie wartet.
St. Martin wartet auf die Kinder mit ihren Lampions
Begleitet von den Original-Goldbach-Musikanten wandert der St. Martinszug singend durch das Dorf auf den Mathiasberg, wo nun das Martinsfeuer von der Feuerwehr angezündet wird.
Zug
Feuer
St. Martin vor dem Feuer
Laterne
- Weckmännder und Döppekooche
Wenn alle ordentlich durchgefroren sind, geht es durch das Dorf zurück in die Leyberghalle. Dort freuen sich Groß und Klein schon auf die Martinsweck vom St. Martin und den leckeren Döppekooche von den Möhnen, die es unter musikalischer Begleitung und fröhlichem Beisammensein in der Leyberghalle gibt.

Kemmejer Döppekooche:
2 kg mehlige Kartoffeln
2 altbackene Brötchen
Milch
1 Zwiebel
1 Ei
4 grobe Mettwürstchen
200 Gramm durchwachsenen Räucherspeck
Salz
Pfeffer
Muskat

Brötchen in Milch einweichen.
Kartoffeln und Zwiebel grob reiben.
Würste und Speck in Scheiben schneiden.
Alle Zutaten vermischen und in einen mit Öl oder Schmalz gut ausgefetteten Eisenbräter geben. Auch die Oberfläche muss mit Öl begossen werden.
In den vorgeheizten Backofen schieben, 200 Grad eineinhalb bis zwei Stunden. Die Kruste soll schön gebräunt sein.

(Leichte Abwandlungen sind von Haushalt zu Haushalt üblich.)

Martinszug in Engeln
Auch in Engeln gibt es jährlich einen eigenen Martinszug.
Damit St. Martin hoch zu Ross durch das Dorf reiten kann, muss  bereits einige Tage vorher gearbeitet werden. Dann gilt es nämlich für die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Engeln das Feuer zu errichten. Auch am Tag des Zugs selber sind die Floriansjünger bei der Absicherung des Zuges gefragt. Aufgaben, die sie stets souverän erledigen und für die Ihnen der Dank der Dorfgemeinschaft gebührt. Neben St. Martin und seinen Begleitern reihen sich dann die Original Goldbach-Musikanten sowie zahlreiche Kinder mit Laternen und Fackeln ausgerüstet zum Zug auf. Dass die Arbeit der Feuerwehrmänner nicht umsonst war, zeigt sich dann am Feuer: Lodernde Flammen tauchen den Platz in ein helles Licht. Wieder in der Ortsmitte angekommen, warten Martinswecken auf alle Kinder. Besonderes Highlight ist da natürlich die Ausgabe durch St. Martin persönlich. Zum Abschluss kehrte man in die Gaststätte Eifelstube der Familie Haisch ein, um sich die gespendeten Döppekooche sowie das ein oder andere Kaltgetränk schmecken zu lassen.
Ortsvorsteher Jens Schäfer: „Die Freiwillige Feuerwehr, die Original Goldbach-Musikanten, St. Martin mit seinen Begleitern, unsere Wirtin Anja und ihre Familie – alle packen Jahr für Jahr mit an, um auch den Kindern in Engeln einen Martinszug zu bieten. Das ist für einen Ort dieser Größe ja weiß Gott keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso größer ist der Dank an alle Beteiligten!“

Weihnachtsmarkt
In der Vorweihnachtszeit findet auf dem Platz vor dem Bahnhof ein Weihnachtsmarkt statt. Während die Kempenicher sich traditionsgemäß an Glühwein und "Krebbelche" und anderen lecken Sachen laben, während sie ein Schwätzchen halten, sorgen der Männergesangverein und die Original-Goldbachmusikanten für weihnachtliche Klänge.
Weihnachtsmarkt
Gesang

www.rhein-zeitung.de:
Brote backen im Steinofen